August082017
KATATROPHENNACHT IM MURTAL 23:32 Uhr // BFV JUDENBURG // Autor: Thomas Zeiler
Die Nacht vom 5. auf den 6. August wird so manchen in Erinnerung bleiben. Dunkle Gewitterwolken verbunden mit dutzenden Blitzen, Donnergrollen, Sturm und Starkregen läuteten das Ende der Hitzewelle im Murtal ein: Die Feuerwehrkräfte mussten die ganze Nacht hindurch rund 200 Einsätze abarbeiten.

SCHLEUSEN ÖFFNETEN SICH
Gegen 21.00 Uhr verdunkelte sich der Himmel über der Region und die Schleusen am Himmel begannen sich zu öffnen. Sintflutartige Regenfälle ergossen sich rund um den ehemaligen Bezirk Knittelfeld. Dabei traf es die Orte Flatschach, St. Marein und Kobenz am schlimmsten. Eine Mammutaufgabe stellte diese abrupte Abkühlung an die 300 Einsatzkräfte aus 16 Feuerwehren des Bereichsfeuerwehrverbandes Knittelfeld. Über die ganze Nacht hinweg mussten dutzende Keller ausgepumpt, umgestürzte Bäume beseitigt, Verkehrsunfälle und Vermurungen beseitigt werden.

EINSATZHOTSPOTS
Gleich zwei „Einsatzhotspots“ entwickelten sich in dieser Nacht. In Flatschach kam es neben dem Auspumpen von Kellern und Freimachen von Verkehrswegen zu einem besonderen Einsatz. Binnen weniger Minuten schwoll der Flatschacher Bach zu einem reißenden Fluss an, wobei ein PKW mit zwei Insassen mitgerissen wurde. „Sprichwörtlich in letzter Sekunde konnten die beiden Personen mittels Steckleitern von der Feuerwehr Flatschach aus dem Fahrzeug gerettet werden“, schilderte Abschnittsbrandinspektor Andreas Stürzl von der Feuerwehr Flatschach die Situation. Fast zeitgleich eröffnete sich ein zweiter Hotspot, der den 300 eingesetzten Feuerwehrmännern eine lange Nacht bescherte. In der Gemeinde Kobenz schwoll der Kobenz Bach ebenfalls, so wie in Flatschach, binnen weniger Minuten so stark an, dass dieser 15 neben dem Bach geparkte Autos mitriss und erst nach einigen Metern wieder frei gab. Da der Kobenzer Bach immer mehr an Fließgeschwindigkeit aufgenommen und bereits mehrere Brücken weggerissen hatte, wurde seitens des Führungsstabes des Bereichsfeuerwehrverbandes Knittelfeld beschlossen, für die Gemeinde Kobenz eine Zivilschutzwarnung und Lautsprecherfahrten auszugeben. Teile der Bevölkerung waren von der Umwelt abgeschlossen, deshalb war in der Erstphase keine Kommunikation möglich. Während die Personenkraftwagen geborgen wurden, hatten die Feuerwehrkräfte die ganze Nacht hinweg rund um die Gemeinde Kobenz die Unwetterschäden beseitigt, berichtete OBI Gerhard Mayer von der Feuerwehr Kobenz.

WEITERE SCHWERPUNKTE
Schwer getroffen hatte das Unwetter auch  die Gemeinden St. Marein-Feistritz, Seckau und Bischoffeld. Kurzzeitig musste auch die S36 zwischen Feistritz und Knittelfeld in Fahrtrichtung Klagenfurt aufgrund von Überschwemmungen für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Bis in die frühen Morgenstunden standen die Wehren Bischoffeld, Flatschach, Sachendorf, Spielberg, Feistritz, Knittelfeld, Kobenz, Seckau, St. Marein, Betriebsfeuerwehr ÖBB, Apfelberg, Großlobming, Kleinlobming, Preg, St. Lorenzen und St. Margarethen bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz.

Fotos: Thomas Zeiler

Nach der Hitzewelle brach über das Murtal das Katastrophenunwetter herein

Feuerwehrkräfte hatten die ganze Nacht hinweg rund um die Gemeinde Kobenz die Unwetterschäden beseitigt

Bäche wurden binnen kurzer Zeit zu reißenden Flüssen

Geparkte Fahrzeuge wurden wie Spielzeugautos weggeschwemmt

Verklausungen mussten beseitigt werden

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