3. STEIRISCHER GEFAHRGUTTAG – BESCHUSS MEHRERER ACETYLENGASFLASCHEN

Die Vortragenden hatten ein interessantes Programm zusammengestellt Foto: Meier

70 Teilnehmer/Innen hatten sich zum 3. Steirische Gefahrguttag in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring eingefunden Foto: Meier

Der Landessonderbeauftragte für Gefahrgut, ABI d.F. Werner Seidl kommentierte den Realbeschuss

Eine willkommene Auflockerung des Programms für die Kursteilnehmer

Ein Schütze des Sondereinsatzkommandos Cobra nahm die Flaschen ins Visier und unter Beschuss

Die Flaschen waren mit unterschiedlichem Druck befüllt. Flasche rechts: leer, zweite von rechts: 1,5 bar, dritte von rechts 12 bar, vierte von rechts 13 bar

Vier Schüsse erfolgten zuerst auf die Leerflasche

Beschuss der Flasche mit 1,5 bar mit vier Schüssen: keine Flammenbildung, ein Ausgasen ist akkustisch wahrnehmbar

Beschuss der Flasche mit 12 bar. Bei den ersten fünf Schüssen erfolgt ein Austritt von Staubwolken (Austritt der pulverisierten Schutzmasse, bestehend aus Kieselgur, Holzkohle, Zement und Bimskies), welche die Sicht für den Schützen stark einschränkte

Erst nach dem sechsten Schuss zündete das ausströmende Gas der Flasche mit 12 bar

Der Brand greift jetzt auf die Flasche mit 1,5 bar über

Bereits beim ersten Schuss auf die Flasche mit 13 bar erfolgte die Zündung

Gleichmäßiges Abfackeln des Gases

Beschuss-Ende: Gas wird mehrere Minuten abgefackelt und Druck abgebaut

Nach etwa fünfzehn Minuten war die Gefahr gebannt
Am 27. November 2009 fand in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring der nunmehr 3. Steirische Gefahrguttag statt. Der Gefahrguttag ist die im Jahr 2007 initiierte jährliche Weiterführung der periodischen Fortbildungsveranstaltungen für Führungskräfte der GSF–, Öl- und ASF-Stützpunkte.
Eröffnet wurde die Fachtagung von Landesfeuerwehrkommandant LBD Albert Kern, welcher die Grüße des Landesfeuerwehrverbandes überbrachte sowie den rund 70 Teilnehmer/Innen für ihr große Engagement im Gefahrgutbereich dankte.
BREITES EINSATZSPEKTRUM
Das Einsatzspektrum für diese speziell geschulten Fachkräfte im Feuerwehrdienst ist ein breites. Es reicht von Unfällen auf Straßen, Schienen und Wasser mit Gefahrgutbeteiligung über undichte Transportgebinde bis hin zu Gasaustritten jedweder Art sowie Einsätzen mit Beteiligung von radioaktiven Stoffen.
INTERESSANTES VERANSTALTUNGSPROGRAMM
Der Landessonderbeauftragte für Gefahrgut, ABI d.F. Werner Seidl, hatte mit seinem Team ein interessantes Veranstaltungsprogramm organisiert. Nach der Präsentation von aktuellen Projekten im Arbeitskreis Gefahrengut durch ABI Werner Seidl erfuhren die Seminarteilnehmer von Referent BR d. ÖBFV Ing. Ingo Mayer Wissenwertes über das am 20. Jänner 2009 durch die EU in Kraft gesetzte neue Einstufungs- und Kennzeichnungssystem für Chemikalien, kurz GHS (Globaly Harmonised System) genannt.
Ebenso referiert wurde zu den Themen „Feindekontamination im Schadstoffbereich“ durch die Betriebsfeuerwehr Chemiepark Linz – vorgetragen von OBR Ing. Gerhard Czejka, BtF Chemiepark und über „erdgasbetriebene Fahrzeuge und Erdgastankstellen“ von DI Heimo Blattner von der Steir. Gas & Wärme.
BESCHIESSUNG
Ein weiterer Höhepunkt dieser Informationsveranstaltung war unter anderem am Nachmittag der Realbeschuss einer Acetylengasflasche - eine Premiere im Ausbildungsbereich in der rund 35jährigen Geschichte der Feuerwehrschule.
Der professionelle und kontrollierte Beschuss einer Acetylengasflasche im Brandgeschehen durch speziell geschulte Einsatzkräfte des EKO Cobra ist – als Alternative zur bekannten 24-Stunden-Kühlung mit Wasser durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus gesicherter Stellung heraus – eine effiziente und schnelle Methode zur Gewährleistung einer gefahrlosen Einsatzsituation. Anzumerken ist, dass die Entscheidung zum Flaschenbeschuss alleine im Ermessen des Schützen des EKO der Cobra liegt.
ABRUNDUNG
Diverse Berichte verbunden mit einem Erfahrungsaustausch über Gefahrguteinsätze 2008/ 09, die Einsatzgrenzen von Gefahrgutstützpunkten respektive Schadstoffzügen sowie die Einsatzmöglichkeiten von Wärmebildkameras im Schadstoffeinsatz rundeten das attraktive Tagesprogramm ab.
VORTRAGENDE
* ABI d.F. Werner Seidl
* BR d. ÖBFV Ing. Ingo Mayer
* OBR Ing. Gerhard Czejka
* Dipl. Ing. Heimo Blattner
* ABI Gerd Bartl
* HBI Reinhold Binder
Fotos: Oswald



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