EISUNFÄLLE – EISRETTUNG
Der Fachbereich „Wasserdienst“ des Bezirksfeuerwehrverband Graz-Umgebung führte am Samstag, den 27. Februar 2010, eine Informationsveranstaltung für die Feuerwehrmitglieder des Bezirkes mit dem Thema „Rettung von im Eis eingebrochenen Personen“ durch. Die Verantwortlichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Graz-Umgebung wollten hiermit die Einsatzkräfte auf die so genannte „Frühjahrsschmelze“ vorbereiten und diesbezüglich schulen.
Treffpunkt war für die Teilnehmer aus dem nördlichen Bezirksteil um 10.00 Uhr und für die Teilnehmer des südlichen Teiles um 14.00 Uhr beim Feuerwehrhaus Unterpremstätten, wobei es nach einer theoretischen Unterweisung in Richtung Schwarzl See zum praktischen Teil ging.
THEORIE – UNTERKÜHLUNG
Die Erste Einheit, also der theoretische Teil, umfasste die medizinischen Aspekte zum Thema Unterkühlung. So referierte Bezirkssanitätsbeauftragter BI d.S. Gernot Zierler über diesen Fachbereich und stellte einige wichtige Merkmale gegenüber. Wichtig für die Einsatzkräfte sei das Erkennen des Abwehrstadiums des menschlichen Körpers und die notwendigen Verhaltensregeln.
So erklärte er:
* die SAVE-ZONE Sichere Zone Körpertemperatur über 34°C
* das Erschöpfungsstadium Körpertemperatur unter 34°C
* die DANGER-ZONE Körpertemperatur unter 32°C
* das Stadium des SCHEINTODES Körpertemperatur unter 27°C
Wichtig für die Rettungsmaßnahmen sei, dass die Betroffenen ruhig und schonend behandelt werden und an einen windstillen, trockenen und warmen Ort bis zum Eintreffen von Notarzt und weiterem Rettungseinheiten gebracht werden. Für diesen genannten Ort könne man im Feuerwehrdienst auch ein Feuerwehrfahrzeug (MTF, KLF, LF) heranziehen. Als stützendes Hilfsmittel könne die „Alu-Rettungsdecke“ vom Erste Hilfe Koffer herangezogen werden. So solle man bei unterkühlten Personen die Silber-Seite zum Körper gerichtet auflegen und die Gold-Seite bei allen anderen Hilfeleistungen.
THEORIE – ALLGEMEIN
Das Thema der „Allgemeine Informationen zum Wasser und Eis“ wurde vom Einsatztaucher der FF Unterpremstätten, OLM Peter Roschitz, übernommen. So erklärte er die Anomalie des Wassers und die dadurch entstehenden Gefahren des Wassers, die er jenen des Eis gegenübergestellte. Er zeigte in seinem Vortrag die Tragfähigkeit von Eisplatten bzw. Eisschollen auf und stellt die Dichte des Wassers dem Eis gegenüber. Dies sei wichtig für die Berechnung der Tragfähigkeit, wenn sich Einsatzkräfte auf solchen Schollen bewegen. Die Dichte von Eis beträgt 0,9 g/cm_, zehn Prozent vom Gesamtgewicht ist die Tragfähigkeit bis die Eisscholle untergeht. Also kann eine Eisscholle von einem Kubikmeter Eis ein Gewicht von 90 kg tragen. Zu beachten für die Einsatzkräfte sei aber auch, ob es sich um ein stehendes oder fließendes Gewässer handle. Bei stehenden ist am Uferrand das Eis dünner und bei fließenden ist der Mittelteil des zugefrorenen Flusses mit einer dünnen Eisdecke geschlossen. Weiter gab er eine Faustregel für die Retter bekannt: So ist die Mithilfe des Betroffenen im Wasser nur zeitbeschränkt zu erwarten und hier gilt eine Minute pro Grad Wassertemperatur.
PRAXIS
Die zweite Einheit, der praktische Teil, umfasste eine Vorführung der verschiedenen Rettungstechniken und ein praktisches Üben der verschiedenen Bergungsarten.
Gesamtverantwortlich für diesen Ausbildungs- und Informationstag war Wasserdienstbeauftragter OBI d.F. Erwin Eibl. An der Veranstaltung hatte auch Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Alois Rieger teilgenommen.
Zweck der Vorbereitung: Die Einsatzkräfte auf eine etwaige Einsatzsituation optimal vorzubereiten.
ZIEL
Mannschaft und Gerät auf „Eisunfälle“ abstimmen, um im Anlassfall rasch Retten zu können.
TIPPS
Tipps für eine Selbstrettung:
* Ruhe bewahren, um Hilfe rufen damit die Feuerwehr unter Notruf 122 verständigt wird.
* Das Eis ist tragfähig seitlich auf das Eis aufrollen und auf dem Bauch Richtung Ufer kriechen.
* Das Eis ist nicht tragfähig das Eis in Richtung Ufer durchbrechen.
* Lage BFV-GU 1 – Im politischen Bezirk Graz-Umgebung sind viele Seen, Teiche und Wehranlagen vorhanden, die in der Winterzeit zugefroren sind.
* Lage BFV-GU 2 – Größere Anlagen befinden sich in Kumberg, in Wundschuh, in Unterpremstätten, in Kalsdorf, in Seiersberg, in Gratwein, in Eisbach-Rein, in Röthelstein.
* Lage BFV-GU 3 – Viele Gemeinden haben in den letzten Jahren, auch Wehr- bzw. Naturschwimmanlagen, Biotope, Löschteiche und Tümpel gebaut.
∑ Lage BFV-GU 4 – Diese Seen, Teich- und Schwimmanlagen werden oft zum Eislaufen bzw. für die Ausübung von Sport- und Freizeitangeboten verwendet.
Fotos: ABI d.F. Peter Kirchengast



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