DAS WAR 2022!

Gedanken eines überzeugten Feuerwehrmannes

Das Jahr 2022 war durch den unseligen Ukrainekrieg, nach wie vor durch das lästige Corona-Virus und durch eine monetäre Inflation ungeheuren Ausmaßes geprägt. Die allgemeine Teuerung trifft heute viele Menschen bereits hart, aber auch unsere Feuerwehren und die einschlägige Industrie sind davon zunehmend betroffen. Und das Einsatzgeschehen verlagerte sich im letzten Jahr immer mehr in Richtung Katastrophenschutz: Die gute alte Feuerwehr wird damit langsam zur Klimawehr!

Autor: ELFR Dr. Otto Widetschek

Corona-Pandemie. Am 25. Februar 2020 wurden die ersten Virusinfektionen mit Corona in Österreich registriert. Und am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die ausgebrochene Epidemie zur Pandemie. Eine schwere Zeit für alle Bürger, aber vor allem für unsere Feuerwehreinsatzkräfte. Denn wir mussten bei persönlicher Infektionsgefahr Menschen retten und Brände löschen. Ein anfangs schier unlösbarer Widerspruch, welchen unsere tapferen Frauen und Männer jedoch unnachahmlich gemeistert haben. Danke für euren Einsatz!

Die Kriegsfurie ist los!
Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, wurde das für viele Menschen Undenkbare wahr: Krieg mitten in Europa! Ein Schock, denn über 80 Jahre hat es – mit Ausnahme der Balkanauseinandersetzungen in den 90er-Jahren – in Mitteleuropa keinen Krieg mehr gegeben. Nun wütet auch in unseren Breiten die Kriegsfurie, mit all ihren Grauslichkeiten, vor allem für die betroffene Bevölkerung in der Ukraine. Was uns in Österreich dabei betrifft, ist die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und das Problem mit den erhöhten Gas- und Strompreisen.

Radioaktive Wüste? Nur knapp sind wir dem nuklearen Desaster im Ukrainekrieg bis jetzt durch den Beschuss des größten Kernkraftwerkes Europas in Saporischschja entgangen. Doch die Probleme sind noch nicht gelöst, denn nach wie vor ist Saporischschja Kampfgebiet. Die Atomenergiebehörde in Wien fordert seit Monaten eine Entmilitarisierung dieser Zone. Gehen wir „strahlenden Zeiten“ entgegen und werden Teile Mitteleuropas bei einem Raketentreffer in eine radioaktive Wüste verwandelt? Und eskaliert ein derartiges Szenarium sogar in einen Atomkrieg? Alles brennende, aktuelle und ungelöste Fragen!

Nukleares Pulverfass. Kriege hat es immer schon gegeben, aber diese waren in der Regel lokal angesiedelt. Heute können derartige Auseinandersetzungen auf einen Schlag ganze Landstriche und den gesamten Globus betreffen. Durch die Anhäufung riesiger Mengen an radioaktiven Stoffen hat es die Menschheit geschafft, dass wir heute auf einem nuklearen Pulverfass sitzen. Wir haben unseren blauen Planten hoffnungslos „vermint“! Und jetzt wird der Kerntechnologie aus „Klimaschutzgründen“ auch von der EU ein grünes Mäntelchen umgehängt. Dümmer geht es nimmer!

Die Sonne als Energiequelle. Wenn man dem Zukunftsforscher Tristan Horx vom Zukunftsinstitut Wien glaubt, werden jedoch die fatale Energiediskussion unserer Tage und die Abkehr von den fossilen Brennstoffen in angemessener Zeit der Vergangenheit angehören. Er ist ein positiver Denker und sagt: „Wir haben Zugriff auf den größten und besten Reaktor, den es geben könnte, nämlich die Sonne!“ Ja, wir sollten ihr nahezu endloses Potenzial einfach durch Photovoltaik nutzen.

Photovoltaik für die Feuerwehr.
Wie wäre es, wenn auf jedem der etwa 5.000 Feuerwehrhäuser in Österreich Sonnenkollektoren montiert wären? Damit könnten wir mit den notwendigen Batteriespeichern und Notstromaggregaten und anderen Hilfsmitteln eine weitgehende Autonomie unserer Wehren erzielen. Starten wir daher das Projekt „Photovoltaik für die Feuerwehr“ so rasch als möglich! Und ich ersuche alle Feuerwehrverantwortlichen in Bund und den Ländern, diese Idee unterstützen zu wollen.

Erkenntnisse. Das zu Zeiten unserer Großmütter noch vorhandene Vorsorgedenken ist in einer modernen digitalen Welt anscheinend nur mehr unzureichend vorhanden. Dies ist jedenfalls der Eindruck, den ein alter Katastrophenschützer wie ich gewinnen muss. Prävention wurde in unserer globalisierten Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten zunehmend ein Fremdwort. So gab es bei Corona nicht nur bei uns keine Pandemiepläne, obwohl Experten schon jahrelang davor gewarnt hatten, und auch die Abhängigkeit von russischem Gas war allen bekannt.

Was wir daraus lernen sollten?
Eines ist klar: Wir müssen unsere Gesellschaft krisensicherer gestalten. Die gerade in der Steiermark früher stark forcierte, dem modernen Zeitgeist entsprechend unpopuläre umfassende Landesverteidigung mit ihren vier Teilbereichen (geistig, wirtschaftlich, militärisch und zivil) wäre dementsprechend wieder zu beleben. Dabei spielen jedoch der Zivilschutz und die Feuerwehren eine dominante Rolle. Ja, wir müssen durch wirkungsvolle Notfallpläne autonomer und unabhängiger von Drittländern werden, um für alle Katastrophen-Szenarien (inklusive des zeitnah zu befürchtenden Blackouts) gerüstet zu sein. Das sind einige Gedanken eines unbelehrbaren Optimisten und überzeugten Feuerwehrmannes zum Jahreswechsel!